Lengenacher

Viele Hinweise auf die Geschichte Meiringens erhält man durch diejenige der Kirche Meiringen. Bis ins Jahr 1476 war sie die einzige der Landschaft «Hasle». Sie gilt heute noch als eine der grössten des Kantons Bern. Sicheres über ihre Gründung ist nicht bekannt. Wahrscheinlich wurde sie im 11. Jahrhundert in sieben Bauperioden errichtet.
Heinrich VII. schenkte 1234 die romanische Kirche von Meiringen samt dem Patronat dem Orden der Lazariter. Diese verkauften die Kirche 1272 mit ihren Rechten dem Kloster Interlaken. Anlässlich der Renovation von 1915 entdeckte man die unterirdischen Teile der Kirche, die durch Ausbrüche des Alpbaches zu Beginn des 14. Jahrhunderts fünf Meter hoch mit Schutt zugedeckt worden waren. Es kamen auch Altare und Fresko-Gemälde aus dem 13. Jahrhundert zum Vorschein.
Nach der grossen Überschwemmung in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde auf den Trümmern der Kirche ein Bau im spätromanischen Stil gebaut und der freistehende Kirchturm errichtet, darin eine Glocke von 1351, die älteste des Kantons Bern. Eine Glocke wurde 1476 an Guttannen abgetreten. Noch im 18. Jahrhundert wurde die Kirche verschiedentlich durch Ausbrüche des alten Dorfbaches teilweise bis zur halben Höhe mit Schutt und Schlamm ausgefüllt. Deshalb liegt heute der alte Friedhof tiefer als das umliegende Land.
Quelle: aus «Geschichte der Landschaft Hasli» von Gottlieb Kurz und Christian Lerch
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