Wissenswertes



Meiringen im Oberhasli liegt auf 600 Meter über Meer. Dieser etwas phantasielos-geografische Einstieg ist ganz bewusst gewählt. Zahlreiche Menschen aus Nah und Fern meinen nämlich, dass die Gemeinde Meiringen als Teil der familiären Tourismusdestination Haslital Berner Oberland quasi im Hochgebirge liege. Das gute Image als Wintersportort und der 1000 Meter hohe Brünigpass, welcher die geografisch-politisch-konfessionelle Grenze zwischen den Kantonen Bern und Obwalden bildet, führen wohl zu dieser Einschätzung. Dabei liegt Meiringen kaum höher als die Städte Bern oder Zürich und verfügt über gute Verkehrsverbindungen nach Luzern/Zürich, Interlaken und Bern sowie über Grimsel- und Sustenpass ins Wallis respektive ins Urnerland. Und das Ski- und Snowboardgebiet Hasliberg ist dank den Meiringen-Hasliberg-Bahnen (MHB) von Meiringen aus in wenigen Minuten erreichbar. Ein idealer Wohn-, Arbeits- und Ferienort im Herzen der Schweiz also.


Nicht nur die Lage widerspricht dem hochalpinen Klischee, sondern auch das Ortsbild Meiringens: Nach zwei Dorfbränden im 19. Jahrhundert wurde Meiringen neu angelegt: Breite Strassen, Steinhäuser, Flachdächer und der architektonische Einfluss der ersten touristischen Blütezeit, der so genannten Belle Epoque, prägen auch heute noch die Erscheinung des Geburtsortes der Meringue. Moderne Bauten wie Schulhäuser, Casino-Platz, Migros-Center, diverse Hotels oder zahlreiche Einfamilienhäuser zeugen von einer offenen, vielfältigen und schon fast städtisch-mediterranen Architektur. Diese Offenheit kommt auch in der Mentalität der Bevölkerung zum Ausdruck. Wir Oberhasler sind stolz auf unser Tal. Ob zu Hause oder in der Ferne – wir Oberhasler sind uns unserer Wurzeln immer bewusst und kommunizieren diese gerne. Und trotzdem oder gerade deswegen sind wir auch weltoffen und empfangen Touristen und Neuzuzüger mit offenen Armen. Waren es zuerst die Säumer und dann im 19. Jahrhundert vor allem englische Reisende und grosse Literaten, welche das Oberhasli entdeckten, kommen heute Gäste aus der ganzen Welt in unsere Tourismusdestination mit ihren diversen Attraktionen (Aareschlucht, Reichenbachfälle, Rosenlauischlucht, Sherlock Holmes, etc.). Im Zusammenhang mit dem Bau- und Gastgewerbe haben sich im 20. Jahrhundert zudem viele Familien aus Italien, Spanien, Portugal und dem ehemaligen Jugoslawien in Meiringen niedergelassen. Auch für diese Neuzuzüger gilt: In Meiringen können sie sich rasch integrieren.


Meiringen ist der politische Hauptort des Amtsbezirks Oberhasli und zählt 4'800 Einwohnerinnen und Einwohner. Neben dem Sommer- und Winter-Tourismus und zahlreichen Gewerbe- und Handelsbetrieben sind der Flugplatz Unterbach, die Privatklinik Meiringen, das Gesundheitszentrum, das Betagtenzentrum, das Heim Sunneschyn, die Ghelma AG Baubetriebe, die Brünigbahn und die Kraftwerke Oberhasli in Innertkirchen die wichtigsten Arbeitgeber in der Region. Die öffentlichen Aufgaben werden zur Hauptsache vom Gemeinderat, mehreren Kommissionen, der Gemeindeverwaltung und der Gemeindewerkgruppe wahrgenommen. Ihnen stehen helfend zur Seite die Kirchgemeinde, die Bäuert-, Burger-, Dorf- und Waldgemeinde Oberzaun und weitere Gemeindeverbände. Zu erwähnen sind ausserdem das stille, segensreiche Wirken der Krankenpflege und Samariter.

Auch Sie sind herzlich eingeladen, im gut funktionierenden Gemeinwesen Meiringen mitzuwirken.


Geschichte und Brauchtum

Unsere Vorfahren führten ein hartes Leben. Oft setzten ihnen die Naturgewalten stark zu. Dennoch blieben sie ihrer Scholle treu und versuchten, die Lebensgrundlagen in zäher Arbeit zu verbessern. Am verheerendsten wüteten die immer wieder auftretenden Hochwasser. Deshalb erfolgte am 19. Dezember 1866 der erste Spatenstich zur Aarekorrektion. Meiringen blieb in der Folge von weiteren grossen Überschwemmungen verschont. Das Haslital ist ein Föhntal. Der «älteste Hasler», wie der Fallwind etwa auch genannt wird, hat gute und gefährliche Seiten. Im Frühjahr bringt der warme, trockene Wind den Schnee rasch zum Schmelzen. Doch grosse Gefahr droht, wenn bei Föhnsturm Feuer ausbricht. 1632, 1879 und besonders 1891 richteten Feuersbrünste bei starkem Föhn in Meiringen grosse Schäden an. Uralt und zugleich hochaktuell ist das wichtigste Brauchtum im Haslital: das Triicheln. Es beginnt am 26. Dezember und dauert bis am letzten Arbeitstag im Jahr, dem Ubersitz. Die Nacht des Ubersitzes ist der krönende Abschluss des Triichelns. Einheimische und zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer aus Nah und Fern finden sich am Abend zuerst auf den Strassen und später in den Gaststätten zusammen und «ubersitzen» bis in die frühen Morgenstunden. Das Triicheln verändert während Tagen das Dorfbild. Schon am Nachmittag bilden Buben und heute auch Mädchen kleine Triichelzüge. Gegen Abend werden die Züge länger. Jetzt machen auch Erwachsene mit und übernehmen das Kommando. Alle schwingen ihre Kuhglocken und Plumpen im gleichen Rhythmus. Trommler geben den Takt an. Mit langsamen, gemessenen, leicht wiegenden Schritten bewegen sich die Triichelzüge durch die Dorfstrassen. So geht es lautstark gassauf, gassab, stundenlang, tagelang, nächtelang. Wer auch nur ein wenig mit der Talschaft verwachsen ist, kann sich eine Altjahrswoche ohne Triichelklang und Ubersitz nicht vorstellen.



Verweise


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