Willkommen auf der Website der Gemeinde Meiringen



Sprungnavigation

Von hier aus k?nnen Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:
Startseite Alt+0 Navigation Alt+1 Inhalt Alt+2 Suche Alt+3 Inhaltsverzeichnis Alt+4 Seite drucken PDF von aktueller Seite erzeugen

Kindesschutzmassnahmen

Zuständige Abteilung: Gemeindeschreiberei
Zuständiger Bereich:
Verantwortlich: Johner, Regina

Wenn Kinder oder Jugendliche Gefahr laufen, dass ihr körperliches, geistiges oder seelisches Wohl beeinträchtigt wird, ist durch die Vormundschaftsbehörde die Errichtung von Kindesschutzmassnahmen zu prüfen. Die Ursachen der Gefährdung sind unerheblich; sie können in den Anlagen oder im Fehlverhalten des Kindes, der Eltern oder Dritter liegen. Falls Angehörige, Bekannte, Nachbaren oder von Seiten Schule oder anderen Institutionen eine mögliche Gefährdung des Kindswohls festgestellt wird, ist bei der Vormundschaftsbehörde eine sogenannte Gefährdungsmeldung einzureichen.
Die Vormundschaftsbehörde wird aufgrund dieser Meldung mit Eltern, Kindern, Jugendlichen und weiteren Bezugspersonen die Situation näher abklären und festlegen, in welchem Rahmen Hilfe und Unterstützung gewährt werden kann.

Wenn keine freiwillige Zusammenarbeit zustande kommt und die Kinder bzw. Jugendlichen ernsthaft gefährdet sind, werden Massnahmen zum Schutze des Kindes oder des Jugendlichen errichtet. Die Kindesschutzmassnahmen sollen die Eltern in ihrer Erziehungsaufgabe wirksam unterstützen - und sie nicht bestrafen. Nachfolgend sind die Massnahmen einzeln erläutert.

Geeignete Massnahmen (Art. 307 ZGB)
Als erste Stufe des zivilrechtlichen Kindesschutzes sieht das ZGB in Artikel 307 Absatz 3 „geeignete Massnahmen“ als Einzelanordnungen vor. Die Vormundschaftsbehörde kann Eltern oder Pflegeeltern ermahnen, ihnen Weisungen erteilen oder anordnen, dass einer Person Einblick und Auskunft zu geben sei, wenn das Wohl eines Kindes gefährdet ist und die Eltern nicht von sich aus für Abhilfe sorgen.

Beispiel: Weisung erteilen, dass Kind ärztlich untersuchen zu lassen

Erziehungsbeistandschaft (Art. 308 ZGB)
Erfordern es die Verhältnisse, ernennt die Vormundschaftsbehörde dem Kind eine Beiständin oder einen Beistand, mit dem Auftrag, die Eltern zu beraten und zu unterstützen. Neben der allgemeinen Aufgabe, die auch das Recht auf Einsicht und Auskunft enthält sowie der Befugnis, den Eltern Empfehlungen und Anleitungen zu geben, können der Beistandsperson besondere Aufgaben übertragen werden. Das Gesetz benennt namentlich die Vertretung des Kindes zur Wahrung des Unterhaltsanspruches sowie die Überwachung des persönlichen Verkehrs (Regelung Besuchsrecht), doch kann der Beistandsperson jede weitere Befugnis übertragen werden, die zur Wahrung des Kindeswohls nötig ist. Sofern es die Umstände rechtfertigen, insbesondere, wenn zu befürchten ist, die Eltern würden die Handlungen der Beistandsperson behindern, kann die elterliche Sorge in den übertragenen Bereichen beschränkt werden.

Aufhebung der elterlichen Obhut (Art. 310 ZGB)
Ist die Gefährdung des Kindes so gravierend, dass der Erlass von Weisungen etc. oder die Ernennung einer Beistandsperson keine Abhilfe schaffen kann, so hat die Vormundschaftsbehörde es den Eltern oder, wenn es sich bei Dritten befindet, diesen wegzunehmen und in angemessener Weise unterzubringen (z.B. in einer Pflegefamilie, in einem Heim). Dieser Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts der Eltern stellt einen schweren Eingriff in die elterliche Sorge dar und ist nur zulässig, wenn er im Blick auf die Gefährdung des Kindes verhältnismässig ist. Die Vormundschaftsbehörde trifft dieselbe Anordnung auf Begehren der Eltern oder des Kindes, wenn das Verhältnis so schwer gestört ist, dass das Verbleiben des Kindes im gemeinsamen Haushalt unzumutbar geworden ist und nach den Umständen nicht anders geholfen werden kann.

Entziehung der elterlichen Sorge (Art. 311 ZGB / Art. 312 ZGB)
Sind andere Kindesschutzmassnahmen erfolglos geblieben oder von vornherein ungenügend, so entzieht die vormundschaftliche Aufsichtsbehörde (Regierungsstatthalteramt) die elterliche Sorge. Es handelt sich dabei um den stärksten Eingriff in die Elternrechte, welcher nur selten ergriffen wird. Den Eltern wird dabei jedes Recht am Kind (ausser dasjenige auf persönlichen Verkehr) abgesprochen.
Wenn die Eltern aus wichtigen Gründen selbst um den Entzug der elterlichen Sorge ersuchen, ist die Vormundschaftsbehörde selbst für den Entscheid zuständig. Ein wichtiger Grund ist namentlich dann gegeben, wenn die Eltern sich selbst ausserstande sehen, ihrer Aufgabe richtig nachzukommen, zum Beispiel wegen Unerfahrenheit, Krankheit oder Ortsabwesenheit.

zur Übersicht